Ovale Kettenblätter „Bringen die wirklich was?“
Jeder mit dem ich seit dem letzten Jahr mal eine Runde gedreht habe hat mich gefragt. Es scheint als sind die ovalen Ketterblätter von Rotor in aller Munde. Grade bei den Triathleten, wo neues aus dem Bereich der Technik immer sofort hehypt wird. Wenn es um ein paar Watt mehr geht, ohne das man dafür trainieren muss dann ist das schon nicht schlecht. Eine Antwort auf die Frage kann nur ein Test liefern.
Ein kurze Suche bei Google bringt schnell ein paar Links von PDFs zu Tage, die auf der Rotor Seite hinterlegt sind. Dabei handelt es sich um Auszüge aus Zeitschriften, die sich genau die gleiche Frage gestellt haben.
Im RoadMagazine schreibt der Autor aus seiner eigenen Sicht, wie er die Rotor Q-Rings und die Osymetric auf der Straße empfand. Interessant ist der Vergleich, dass die weniger drastischen Q-Rings ein paar Watt besser waren, aber wenn man die Testbedingungen liest, dann ist das alles andere als ein genauer Test. Aber die Aussage, dass es sich besser, oder „stärker“ als mit normalen runden Blättern anfühlt kann ich nur bestätigen.
Das Magazin Procycling geht noch einen Schritt weiter und präsentiert respektive Studien, die auf eine Vorteil der ovalen Kettenblätter hinweisen. Auch auf die Frage, warum Pro Teams denn nicht mehr auf diese Systeme zurück greifen, wenn diese doch eine höhere Leistung zur Folge haben, wir beantwortet. Das Problem sei auf dieser Ebene des Sports ganz einfach das Sponsoring. Der Sponsor gibt vor was gefahren wird. Bei Shimano, Campa und Sram sind die Blätter halt rund und dann ist das so.
Aus meiner eigenen Sicht kann ich sagen, dass ich mir immer wieder die Q-Rings kaufen werde. Zur Zeit fahre ich eine Kombination aus Rund und Oval. Das hängt jedoch mit der Kurbel zusammen. Meine SRM K-Force hat zwei Lochkreise. Außen den Standart 130 und innen den Kompakt 110. Da ich außen ein 55 Q-Ring TT montiert habe (is ein Special Blatt mit 55 Zähnen) kann ich kein kleines kompaktes innen montieren. Also kommt innen eine 44er zum Einsatz, dass eigentlich für außen gedacht ist, aber gut, mit etwas gefummel passt das.
Der Grund warum kein kleiners Blatt möglich ist liegt zum Einen daran, dass der Käfig des Umwerfers hier ganz einfach den Höhenunterschied begrenz und zum Anderen die Kette nicht mehr zwischen den beiden Blättern umgeworfen werden kann. Der Umwerfer muss nachdem die Blätter auf der Kurbel sind sehr genau in dessen Position angepasst sein, damit die Kette nicht aufsetzt. Einmal ausgerichtet läuft die Sache aber wie ein Traum.
Wer also auf der Jagd nach ein paar extra Watt ist, der sollte hier unbedingt zuschlagen.
Es gibt eine ganze Reihe von Ausführungen. Dabei lohnt es sich alle Räder die man sportlich fahren möchte mit diesem System auszustatten. Ich habe da die Variante gewählt, dass ich die gesamte Kurbel immer wechsle. Also alle Innenlager sind gleich auf den Rädern und dann wird die Kurbel mit 3 Handgriffen auf das Rad geschraubt, dass ausgeführt werden soll. Hat dazu den charmanten Vorteil, dass man ,wenn man einen kabellosen besitzt, den Leistungsmesser immer an Board hat.
Bei meiner TT Variante musste ich leider auf Grund der Bauweise des PowerMeters von SRM mit der Säge ein paar Stücke entfernen. Kritiker werden natürlich jetzt wieder schreien, dass die Steifigkeit jetzt nicht mehr da wäre, aber sind wir mal ehrlich, das Blatt wird meistens nur konstant unter 400 Watt gefahren. Bei einem Sprinter würde sich das vielleicht bemerkbar machen, aber das sind wir Triathleten halt nicht.
Wer also mit dem Gedanken spielt und Geld in sein Rad investieren möchte und das möglichst so, dass ein Leistungsprofit heraus kommt, der sollte sich diese Kettenblätter zulegen!
Tim



